Großer Auftakt in Münster 
- Role Play Convention 2007

von Tanja Kummer

Zum ersten Mal fand im April 2007 die RPC in den Messehallen in Münster statt. Vor dem Eingang hatten sich am Samstag bereits lange Schlangen gebildet, ehe es endlich losging. Empfangen wurden die Rollenspieler in einem hellen Foyer der Hallen durch jede Menge Werbeverteiler, die alle ihre Prospekte loswerden wollten. Ich persönlich habe die üblichen Welcome-Packs von anderen Cons vermisst. 
Am Eingang gab es ein Hochglanz-Programmheft mit 16 Seiten. Allerdings drängte die viele bunte Werbung die tatsächlich wichtigen Informationen zur Veranstaltung in den Hintergrund. Klanghafte Workshop-Namen erzeugten neben der Neugier leider auch oft Verwirrung. 
Schade eigentlich, denn die Location war ansonsten großartig. Die Messehallen boten den Ständen und Rollenspielern genügend Platz, um sich zu entfalten und die Besucher zum Verweilen einzuladen.

Dem Ruf einer übergeordneten Con eines neuen Zeitalters waren viele namhafte und weniger namhaften Aussteller gefolgt. Die zwei Hallen, welche im Halbdunkel lagen und reichlich zu einer stimmungsvollen Atmosphäre beitrugen, waren den Vereinen, Künstlern und Verlagen vorbehalten, was eine angenehme und ruhige Atmosphäre erzeugte. Die Rollenspieler selber waren in den schwer auffindbaren Forum Nord, Forum Süd, Foyer Nord/Süd und der Halle Nord untergebracht. 
Lediglich in einer der Hallen Mitte (eigentlich Große Halle/Bühne), fand man neben den Händlern auch die moderierten Übertragungen der Warcraft III-Turniere, Guildwars-Turniere und andere Aktionen. Eine riesige Leinwand an der Rückwand der Bühne machte das möglich. 

 

Die Große Halle (ein romantischer Name von meiner Seite aus wäre "Kronleuchtersaal") verfügte nicht nur über eben erwähnte Bühne, sondern auch einen Hochrang ringsum. Von dort aus hatte man einen außergewöhnlich schönen Ausblick auf das Treiben unter sich. Ein idealer Platz, um sich auszuruhen und berieseln zu lassen. Die zahlreichen, großen Kronleuchter sorgten für ein stimmungsvolles Licht. Dort fand man jene Händler, welche Schmuck, Tuch, Fell und Kleidung feilboten. Ein kleiner mittelalterlicher Markt, der leider durch Fremdstände nicht ganz authentisch wirkte.
In der anderen Halle Mitte präsentierten sich Verlage, Künstler, Pen & Paper, PC/Konsolenspiele, Trading-Card-Games und noch mehr LARP.
Was ich mit Sicherheit sagen kann: Die Spielrunden waren ausnahmslos gut besucht und auch die "Jugger" kamen voll auf ihre Kosten, wie auch der obligatorische Notarzt der Veranstaltung. Ein nicht ganz ungefährlicher Zeitvertreib.

FAZIT: Als Privatperson war ich sehr angetan und hoffe, dass es im nächsten Jahr wieder eine RPC geben wird. Von mehreren Tausend Besuchern werden auch sicher einige wieder kommen. Dann wird der Veranstalter die Kinderkrankheiten gewiss reguliert und die kleinen Mängel besser im Griff haben. Nur schade, dass man die mittelalterlichen Bands erst am Abend in der Großen Halle hat musizieren lassen und dafür nochmals Eintritt verlangte. Ich zumindest, bin nicht dort gewesen ... Und daneben lief die ein oder andere Rollenspielrunde sogar die ganze Nacht.
Als Pluspunkt seien die ausreichend und sauber vorhandenen Toiletten erwähnt. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt, wenn auch zu den auf Messen üblichen Preisen. 
Als Autorin muss ich sagen, dass ich die Umstände meines "Garderoberaumes" für meine Lesung mehr als fragwürdig empfand. Umgeben von spielenden Rollenspielern auf der einen Seite, von der anderen Seite beschallt durch den Kampflärm der Jugger. Und das alles ohne Mikrofon. Dieses haben wir uns aber zumindest für den Sonntag erkämpfen können. 

Text + Fotos: Tanja Kummer